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Der Sucher - Der Herr der Ringe - Die Gefährten


Als sich nach einigen Jahren wilder und wüster Spekulationen in den Jahren 1998/99 die Infos zu einer kommenden Verfilmung meines Lieblingsfantasybuches verdichteten, war ich mir sicher, DIESES BUCH IST NICHT VERFILMBAR. Am 20.12.01 wurde ich eines Besseren belehrt: Der erste Teil des Films ist gigantisch genial!

Doch eines noch vorweg, der HdR-Film ist kein 'herkömmlicher' Film, er ist eine Buch bzw. Literaturverfilmung und nur als solche funktioniert er auch wer also das Buch nicht nicht gelesen hat, sollte es sich schnellstens zulegen und lesen, bevor er/sie ins Kino geht.

Ich saß also, geplagt von fiebrige Erwartung, im Kino und es ging los. Bereits die ersten Bilder und Szenen des Films vertrieben die letzten Zweifel und belegten: dieser Film ist ein Jahrhundertereignis!
Der eingefleischte Tolkien-Fan kann sofort feststellen, hier war ein ebensolcher am Werk. Dies dürfte spätestens beim Anblick der versteinerten Trolle auf dem Weg zu Wetterspitze feststehen.

Doch bevor ich in Versuchung komme und hier den gesamten Film nacherzähle und 'zerpflücke' lieber noch etwas zur Umsetzung und einigen Details. Insgesamt war ich von der Wahl der Darsteller und der Rollenbesetzung sehr angetan, allerdings waren IMHO auch einige Figuren nicht 100%ig getroffen. Vor allem Elrond hat mich (optisch) etwas enttäuscht. Ich weis zwar nicht genau was mich an ihm gestört hat, aber vermutlich war es die Zeitlosigkeit dieser Figur, die dem Darsteller fehlte. Aber die schauspielerische Leistung und Vor allem auch die sprachliche (im englischen) hat dann doch ihr Übriges getan und Elrond gerettet. Insgesamt hätte den Elben noch etwas mehr 'Fremdartigkeit' gutgetan.

Natürlich kann auch nicht jedes Detail aus dem Buch im Film Verwendung finden und natürlich ist auch so manche Szene der kapp verfügbaren Filmzeit zum Opfer gefallen, doch die fehlenden Szenen und Episoden werden alle gekonnt umschifft und (meist) sinnvoll ersetzt bzw. 'Aufgehoben'. So ist es zwar schade aber nicht störend, daß z.B. die gesamte 'Hügelgräber Geschichte' nicht auftaucht, aber den Hobbits ihre Waffen von Aragorn überreicht werden.
Im Falle des Tom Bombadil ist es IMHO sogar gut und richtig die Szene nicht zu verfilmen, da diese einfach zu 'speziell' ist und im Film nur verlieren könnte. Darüber hinaus sei aber noch erwähnt, daß die immense Textabweichung der Rolle der Elbin Arwen keinesfalls ein Stielbruch war, sondern (fast) das beste was Peter Jackson einfallen konnte, vorallem bei dieser Besetzung...
Nicht ganz zufrieden war ich allerdings mit der Umsetzung des Lothlorien Aufenthalt der Gefährten. Diese Szene mutet insgesamt etwas zu schwermütig an. Sicher Gandalf wurde kurz zuvor durch den Balrog getötet, aber dennoch finden die Gefährten hier, das erste Mal seit Bruchtal (genial gemacht übrigens) Ruhe, Zuflucht und Sicherheit. Auch die 'Beschenkungsszene' durch Galadriel und ihren Mann habe ich etwas vermißt, da hier doch etwas die 'innere Logik' verloren geht, denn wo bleibt da ua. das Neugeschmidete Königsschwert von Aragorn? Auch warum plötzlich alle der Gefährten Efeublatt-Fibeln besitzen bleibt da unerklärlich...

Genial und beeindruckend umgesetzt ist (wie eigentlich alles andere auch irgendwie) das Moria-Szenario und Gandalfs Kampf gegen den Balrog. Diese machtvolle Demonstration der Kräfte Gandalfs, der es vermag den riesenhaften Dämon allein durch Worte in seine Schranken zu verweisen kann einem kalte Schauer den Rücken herunter jagen.

Doch genug! Schaut Euch den Film selbst an! Und - noch besser: lest das Buch! Und ich? Ich sitze nun wieder hier, wieder geplagt von fiebriger Erwartung und harre dem Weihnachtsfeste 2002 ...

 

 

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Das verwendete Bildmaterial stammt von Warner Bros., die den Film in Deutschland vertreiben.

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